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Gewalt an Schulen als wachsende Herausforderung

  • Timo Schröder
  • 25. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit



Empirische Befunde und die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Präventionsansatzes


Die Frage nach einem professionellen Umgang mit Gewalt und Konflikten im schulischen Kontext gewinnt zunehmend an Bedeutung. Aktuelle Daten belegen, dass es sich hierbei nicht um ein punktuelles Phänomen, sondern um eine strukturelle Herausforderung handelt. So weist das Deutsche Schulportal unter Berufung auf polizeiliche Statistiken für das Jahr 2024 rund 28.700 registrierte Gewalttaten an Schulen aus – ein Anstieg von über 37 % im Vergleich zu 2022. Auch der Deutschlandfunk berichtet in aktuellen Beiträgen von einer spürbaren Zunahme von Gewaltvorfällen und warnt vor einer „zunehmenden Verrohung“ im schulischen Alltag.


Besonders alarmierend ist, dass Gewalt nicht erst in weiterführenden Schulen auftritt. Studien, wie sie etwa im Kontext des Deutschen Präventionstag veröffentlicht wurden, zeigen, dass bereits rund die Hälfte aller Grundschulkinder Erfahrungen mit körperlicher Gewalt macht.


Parallel dazu verdeutlichen Lehrerbefragungen, dass Gewalt längst auch den Berufsalltag von Lehrkräften prägt: Laut Erhebungen, die über das Deutsche Schulportal zusammengefasst wurden, berichten 47 % der Lehrkräfte von Gewaltproblemen an ihrer Schule, in sozialen Brennpunkten sogar bis zu 69 %. Ergänzend dazu zeigt eine repräsentative Studie des Verband Bildung und Erziehung, dass 65 % der Schulen von psychischer Gewalt gegenüber Lehrkräften betroffen sind, während an über einem Drittel der Schulen auch körperliche Übergriffe vorkommen.


Auch auf Landesebene spiegelt sich diese Entwicklung wider. Für Niedersachsen wurden zuletzt über 5.300 Straftaten im Schulkontext registriert, mit weiter steigender Tendenz.


Politische Akteure reagieren inzwischen mit neuen Leitlinien und Präventionsstrategien, was die Relevanz und Dringlichkeit des Themas zusätzlich unterstreicht. Gleichzeitig greifen Medien die Entwicklung verstärkt auf: So berichtete die Zeitung Die Welt in mehreren Artikeln über steigende Polizeieinsätze an Schulen sowie eine zunehmende Belastung von Lehrkräften durch Gewalt und Bedrohung.


Die vorliegenden Befunde machen deutlich, dass Gewaltprävention im schulischen Kontext nicht eindimensional gedacht werden kann. Programme, die ausschließlich bei Schülerinnen und Schülern ansetzen, greifen zu kurz, wenn Lehrkräfte nicht gleichzeitig in ihrer Handlungssicherheit gestärkt werden. Genau hier setzt eine Erweiterung des KORA-Ansatzes an: Während das bestehende Programm gezielt die sozialen Kompetenzen, Selbstbehauptung und Konfliktfähigkeit von Kindern fördert, adressiert eine ergänzende Fortbildung für Lehrkräfte die professionelle Ebene des Systems Schule. Ziel ist es, pädagogische Fachkräfte in die Lage zu versetzen, Konfliktdynamiken frühzeitig zu erkennen, deeskalierend zu handeln und nachhaltig zu einem gewaltärmeren Schulklima beizutragen.


Vor dem Hintergrund der aktuellen Datenlage wird deutlich: Eine wirksame Gewaltprävention erfordert ein integratives Konzept, das sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrkräfte einbezieht. Die Kombination aus KORA-Schülertraining und darauf abgestimmter Lehrerfortbildung stellt hierbei einen konsequenten und evidenzbasierten Ansatz dar.

 
 
 

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Gewaltprävention an Schulen

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